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Titelthema

Unterschätzte Gefahr

Herr Weibezahl, wie viele Rechner betreut die IT-Abteilung der Ecclesia in Detmold Tag für Tag? 
Weibezahl: Wir betreuen aus unseren drei Rechenzentren in Detmold vollumfänglich die IT von insgesamt ca. 1.500 Mitarbeitenden aus ganz Deutschland und Österreich. Von der Erstkonfiguration bis zum täglichen Support bieten wir einen „Rundum“-IT-Full-Service für unsere Mitarbeitenden und halten das entsprechende Backend in unseren Rechenzentren auf dem aktuellen Stand.

Können Sie ein „Grundrauschen“ in Sachen Cybercrime auch im beschaulichen Detmold feststellen?
Weibezahl: Cybercrime kennt keine regionalen Grenzen, daher stehen wir in Detmold vor den gleichen Herausforderungen wie in großen Ballungszentren. Natürlich steigen die Quantität und Qualität von „schadhaften“-E-Mails und die Notwendigkeit von dringenden Sicherheitsupdates, die schnell bewertet und umgesetzt werden müssen. Daher ist es wichtig, mit einem gut ausgebildeten Team und funktionierenden Abläufen auf diese Herausforderungen antworten zu können.

Was sollte die Mitarbeiterschaft in einem Unternehmen berücksichtigen, wenn sie mit einem Firmenlaptop im Homeoffice oder mobil arbeitet? 
Weibezahl: Grundsätzlich gilt, dass Mitarbeitende alle Regeln, die im Unternehmen gelten, auch zu Hause oder unterwegs anwenden sollten. Meistens sind diese in einer IT-Sicherheitsrichtlinie zusammengefasst.

Welche Gefahr steht ganz oben in der Liste der aktuellen Bedrohungsszenarien? 
Weibezahl: Der unbeabsichtigte Abfluss von Informationen. Dieser kann nicht nur digital geschehen, sondern auch durch unsachgemäße Entsorgung von Papieren, Einsichtnahme von Dritten oder durch zu laute Telefonate in der Öffentlichkeit.

Ein privater Rechner für die Firma – eine gute Idee?
Weibezahl: Nein. Generell bin ich für eine klare Trennung von privaten und firmeneigenen Geräten. Bei Smartphones ist dies jedoch nicht immer möglich, da gerade während der COVID19-Pandemie viele Mitarbeitende ihre privaten Smartphones für dienstliche Anrufe nutzen.

Wie schütze ich meine Geräte?
Weibezahl: Das Passwort spielt eine entscheidende Rolle. Es sollte nicht einfach zu erraten sein und natürlich nicht auf dem viel zitierten Post-it unter der Tastatur oder am Bildschirm kleben.

Was sorgt für weitere Sicherheit?
Weibezahl: Die Zwei-FaktorAuthentifizierung beim Aufbau der Verbindung in das Firmennetzwerk sowie bei anderen Anwendungen, bei denen unter Umständen sensible Daten ausgetauscht werden. Und natürlich eine automatische Bildschirmsperre bei Inaktivität.

   

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