Titelthema
Stimmen aus den Unternehmen zur Kommunalwahl
Jens Ahle, Prokurist Albert Freise GmbH, Augustdorf:
In Augustdorf schätzen wir die direkte Kommunikation mit der Verwaltung sowie die gute Zusammenarbeit mit kommunalen Partnern. Herausfordernd sind Fachkräftemangel, fehlende Gewerbeflächen, eine schlechte ÖPNV-Anbindung ins Industriegebiet und der angespannte Wohnungsmarkt.
Maximilian Sieveke, Inhaber FassKontor OWL – Ihr Weinfass-Spezialist, Bad Salzuflen:
Der Kontakt mit der Verwaltung ist einwandfrei, es wird einem auf Augenhöhe begegnet, Anliegen werden schnell erledigt. Die Infrastruktur ist verbesserungswürdig, schnelles Internet muss besser werden. Passende Gewerbeflächen für Betriebe zwischen Start-Up und Mittelstand sind selten, repräsentative Flächen bis 100qm sind rar und ein Laden in der Fußgängerzone schwer zu realisieren.
Wir haben Unternehmerinnen und Unternehmer gefragt, was aktuell vor Ort gut läuft oder auch wo der Schuh drückt – was nicht so gut läuft. Die Rückmeldungen zeigen: Standortentwicklung, Fachkräftesicherung, Digitalisierung und Infrastruktur stehen ganz oben auf der Agenda. Die IHK bringt diese Impulse nun gezielt in den politischen Dialog ein – für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen in ganz Lippe.
Andi Wiele, Geschäftsführer Marktkauf Wiele, Barntrup:
Barntrup hat in der laufenden Legislatur wirtschaftlich profitiert – Fördergelder wurden gezielt für Infrastruktur genutzt. Künftig braucht es mehr politische Abstimmung. Ziel bleibt: lokale Fachkräfte sichern, Jugend binden, Zugewanderte in Arbeit und Gesellschaft integrieren.
Melanie Lehmann, Geschäftsführerin Oskar Lehmann GmbH & Co. KG, Blomberg:
Das Miteinander und die Kommunikation bei uns in Blomberg sind gut, auch mit der Verwaltung. Es geht persönlich zu, das mag ich. Wünschen würde ich mir, dass die Behörden ihre Ermessensspielräume besser ausnutzen, z. B. bei Genehmigungsverfahren. Da muss es einfacher und schneller gehen.
Maren Lampe, Geschäftsführerin Elektro-Lampe GmbH, Detmold:
Die Stadt Detmold punktet mit starker Familien- und Klimapolitik, sowie einem kulturellen Angebot, was einen positiven Einfluss auf die Lebensqualität unserer Mitarbeitenden hat. Wermutstropfen für Unternehmen ist die Erhöhung der Gewerbesteuer in 2025, die damit 8 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt und Detmold im Kreis Lippe zu einem der teuersten Standorte für die heimische Wirtschaft macht.
Henning Schoof, Geschäftsführer LipperlandEnergie GmbH & Co. KG, Dörentrup
Seit Unternehmensgründung besteht eine enge Zusammenarbeit mit der Kommune, aktuell planen wir gemeinsam die Erweiterung bestehender Wärmenetze, um die Kapazitäten auszubauen. Zur Umsetzung sind schnelle Lösungen auf Kreis- und Bezirksebene erforderlich, allerdings behindern lange Genehmigungsverfahren und träge politische Entscheidungen zwischen Berlin und Brüssel die Umsetzung.
Thomas Gerber, Geschäftsführer, GaLaBau GmbH, Extertal:
Aus Unternehmersicht waren die letzten Jahre sehr erfolgreich, es wurde auf die Wirtschaft „geachtet“, es fand eine gute Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung und Betrieben statt. Es war spürbar, das etwas passierte. Durch den plötzlichen Tod Frank Meiers gilt es die natürliche Phase des Stillstandes zu verlassen und den eingeschlagenen Weg der letzten Jahre positiv fortzusetzen.
Albert Bartels, Geschäftsführer Bartels Systembeschläge GmbH, Kalletal:
Die Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister ist gut und vertrauensvoll. Probleme werden schnell angegangen und konstruktive Lösungen gesucht. Er hat erkannt, dass die Industrie wichtig für die Gemeinde ist. Das ist zwar noch nicht bei allen Mitarbeitern in der Verwaltung angekommen, aber er lebt das vor. Problematisch sind die gleichzeitigen Vollsperrungen zur Zeit in Hohenhausen. Das führt zu längeren Arbeitswegen und Behinderungen bei der An- und Ablieferung. Solche Bauprojekte sollten künftig entzerrt werden.
Anja Limberg, Geschäftsführerin Karl-Heinz Dannenberg, Nachfolger Hildegard Limberg e.K., Lemgo:
Aus meiner Sicht ist das Zusammenspiel zwischen Kommunen und Gastronomie besser geworden in den letzten Jahren. Wir werden verstärkt in Prozesse mit eingebunden. Die Gastronomie stöhnt ja immer, dennoch müsste Bürokratie deutlich abgebaut werden. Und wir warten auf die versprochene Steuersenkung auf 7 Prozent – diese könnte vielen Gastronomen senken.
Daniel Paier, Geschäftsführer Columna Gesundheitsförderung GmbH & Co. KG, Lage:
Ich fühle mich in Lage insgesamt gut durch die Kommune betreut. Die Stadt arbeitet stetig an der Weiterentwicklung der Wirtschaftsförderung, besonders die Fokussierung auf junge Fachkräfte ist wichtig. Für die Zukunft würde ich mir einen noch intensiveren Austausch zwischen Wirtschaftsförderung und den Unternehmen vor Ort wünschen.
Gemeinsames Statement Industriegebiet, Leopoldshöhe-Greste, Sprecher Thomas Diekhoff (Foto), Diekhoff & Plehn e.K., Begemann’s Mietlift GmbH, Stefan Becker Kunststofftechnik GmbH, Leopoldshöhe:
Leopoldshöhe bietet Potenzial: gute ÖPNV-Anbindung, erste Glasfaseranschlüsse, aktiver Unternehmerstammtisch. Doch der höchste Gewerbesteuersatz, bürokratische Hürden und marode Infrastruktur bremsen. Wir brauchen mutige Schritte für mehr Wirtschaftsdynamik.
Stefan Dunker, Leiter der Niederlassung Kieback&Peter GmbH & Co.KG, Niederlassung Bielefeld, Oerlinghausen:
Der Standort Oerlinghausen überzeugt durch seine zentrale Lage mit schneller Anbindung an A33, A2 sowie die gute Verbindung zu Bielefeld und Detmold – ein klarer Pluspunkt für Kieback&Peter. Verbesserungsbedarf sehen wir bei der Anbindung des ÖPNV und bei der Dauer mancher Baustellen wie B66 und Tunnelstraße.
Wolfgang G. Müller, CEO, Partner MÜLLER Umwelttechnik GmbH & Co. KG, Schieder-Schwalenberg:
Schieder-Schwalenberg ist verlässlicher Partner für ansässige Unternehmen. Der direkte Draht hilft, bürokratische Hürden abzubauen – diese Rolle als Vermittler zwischen Unternehmen und Behörden muss gestärkt werden. Digitalisierungsmaßnahmen sind nach wie vor erforderlich. Verwaltungen von Kommune, Kreis und Bezirksregierung müssen praxisorientierter arbeiten und Abläufe effizienter werden.
Jan Stricker, Tim Stricker, Markus Tack (Foto v.l.n.r.) Geschäftsführer Fichtner & Schicht GmbH, Schlangen:
Wir bei Fichtner & Schicht fühlen uns in Schlangen verwurzelt. Besonders schätzen wir die enge Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister und seinem engagierten Team, nachhaltiges Denken, Offenheit für Neues, die gute Anbindung – und natürlich die Schlänger Mentalität! Potenzial sehen wir bei der Gewerbesteuer



