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IHK-Zahlen & Börsen

Wirtschaft fordert: „Jetzt muss geliefert werden!“

Die wirtschaftliche Lage hellt sich in Lippe leicht auf. Für die nächsten zwölf Monaten sehen die Unternehmen jedoch wenig Licht am Horizont. Branchenübergreifend klagen die Mitgliedsbetriebe über stark gestiegene Arbeitskosten, geringe Nachfrage, investitionshemmende wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen sowie zu hohe Energiekosten. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Lippe, an der sich vom 22. April bis 7. Mai 174 Unternehmen beteiligt haben.

Die lippische Industrie atmet etwas auf. Auch im Handel läuft das Geschäft bei vielen Unternehmen nicht mehr so schlecht wie noch im Herbst. In der Industrie sorgten offenbar Vorzieheffekte aufgrund der aufgeschobenen US-Zölle zunächst für eine Art Entlastung. Der Handel wiederum profitierte davon, dass die Kunden wieder etwas mehr Geld ausgaben. Im Dienstleistungsbereich und im Gastgewerbe machte sich die weiter steigende Zurückhaltung der Kunden hingegen bemerkbar. Die Verunsicherung über die weitere konjunkturelle Entwicklung bleibt insgesamt hoch. Viele Unternehmen agieren äußerst vorsichtig, da sie die Risiken rund um die angeschlagene Konjunktur, die Zollpolitik der USA und die volatile Nachfrage fast täglich neu bewerten müssen.

Der Geschäftsklimaindex der IHK Lippe steigt von 90 Punkten im Herbst 2024 auf 94 Punkte im Frühjahr 2025. Der Index visualisiert die Salden der Geschäftslage und -erwartungen der Unternehmen. Dabei signalisieren 100 Punkte aus technischer Sicht eine ausgeglichene Stimmung. Seit der ersten Erhebung der Daten in 1993 hat sich in Lippe ein langjähriger, positiver Durchschnitt von 109 Punkten etabliert, Tendenz sinkend.

Branchenübergreifend liegen die größten Herausforderungen der lippischen Wirtschaft in den hohen Arbeitskosten (63 Prozent, +4 Prozent im Vergleich zum Herbst 2024, weiterer Negativrekord im Vergleich zum Herbst), den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent, unverändert), im schwachen Inlandsabsatz (59 Prozent, -10 Prozent), den hohen Energie- und Rohstoffpreisen (50 Prozent, -2 Prozent) sowie dem Fachkräftemangel (39 Prozent, -2 Prozent).

 

   

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