Titelthema
Gesichter der Wahl:
Am 14.09.2025 wählen die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Lippe eine neue Landrätin oder einen neuen Landrat. Fünf Kandidierende – drei Frauen und zwei Männer – stellen sich zur Wahl. Wir haben allen dieselben fünf Fragen gestellt, um ihre Ziele, Ideen und Prioritäten kennenzulernen. Die Antworten – in alphabetischer Reihenfolge – sollen Ihnen helfen, sich ein Bild zu machen und Ihre Wahl gut informiert zu treffen. In diesem Überblick sind alle Kandidatinnen und Kandidaten enthalten, die ihre Bewerbung bis zum 30. Juni 2025 offiziell eingereicht haben. Später eingegangene Bewerbungen konnten wir aus organisatorischen Gründen leider nicht mehr berücksichtigen.
1. Straße, Schiene, Individualverkehr, ÖPNV: Wie bewegen wir uns in Lippe zukünftig fort und welche großen drei Mobilitäts- und Infrastrukturprojekte stehen ganz oben auf Ihrer Liste?
2. (Industrie-)Standort Lippe – aber auch noch in der Zukunft? Wie stärken Sie die Unternehmen vor Ort und welche Rolle spielen Flächen und Abgaben sowie eine wettbewerbsfähige Energiepolitik?
3. Genug geredet, jetzt wird gehandelt? Wie gehen Sie die Entbürokratisierung in den lippischen Verwaltungen an? Wie sieht für Sie zukunftsgewandte Verwaltung im Dialog und Zusammenarbeit mit der Wirtschaft aus?
4. Unsere Unternehmen sind auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen, eine starke berufliche Bildung ist dafür unverzichtbar. Doch viele Berufskollegs im Kreis sind in einem besorgniserregenden Zustand, die Vielfalt der Ausbildungsgänge ist gefährdet. Wie wollen Sie die Berufsausbildung stärken? Was planen Sie, um die lippischen Berufskollegs zukunftsfähig aufzustellen?
5. 100 Tage im Amt? Wie läuft es für Sie im lippischen Kreishaus und was haben Sie angestoßen?
Andreas Epp - Aufbruch C
- Mobilität in Lippe
Wir brauchen gute Wege für alle – Bus, Bahn, Rad und Auto. Drei Herzensprojekte: ÖPNV stärken, Bahnstrecken reaktivieren, Straßen sinnvoll sanieren. Mobilität muss bezahlbar, klimafreundlich und zukunftsfähig gestaltet werden. - Standort Lippe
Wir denken an morgen: Faire Abgaben, verlässliche Energie, Raum für gute Ideen. Lippe bleibt Industriestandort, wenn wir jetzt klug handeln – im Dialog, mit Maß und Menschlichkeit. - Berufsausbildung stärken
Junge Menschen brauchen Perspektive! Berufskollegs werden modernisiert, Bildung gestärkt. Wir investieren mit Herz und Verstand – weil gute Ausbildung Zukunft schafft. - Entbürokratisierung
Weniger Hürden, mehr Miteinander. Wir hören zu, entlasten Betriebe und modernisieren Verwaltungen. Ehrlich, digital, bürgernah – so sieht Verwaltung im Dienst der Menschen aus. - 100 Tage im Amt
Viel angeschoben, noch mehr vor! Der Austausch mit Bürgern und Wirtschaft trägt. Ich bleibe mit klarem Kompass, offenem Ohr und Zuversicht unterwegs – für ein starkes und menschliches Lippe.
Heike Görder - Unabhängige Kreistagsmitglieder (UKTM)
- Mobilität in Lippe
Wir brauchen smarte Vernetzung: bessere ÖPNV-Takte, Radschnellwege, Lückenschluss B239n. Vorrang für digitale Verkehrsleitsysteme, barrierearme Bahnhöfe und einen attraktiven Nahverkehr – ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll. Und wer pendeln muss, muss das auch können, auch mit dem eigenen PKW. - Standort Lippe
Lippe bleibt Industriestandort. Wir stehen klar an der Seite der Wirtschaft: faire Abgaben, schneller Flächenausbau und echte Unterstützung bei Energiefragen. Der Kreis muss Partner und Möglichmacher sein – für Innovation, Nachhaltigkeit und sichere Arbeitsplätze. Die Wirtschaft ist ein wichtiger Motor unserer Gesellschaft. - Berufsausbildung stärken
Wir machen die BKs fit: Sanierung oder Neubau, moderne Ausstattung, mehr Praxisnähe. Mit allen Akteuren schaffen wir ein starkes Ausbildungsnetz – für Fachkräfte von morgen, direkt hier in Lippe. Und wir brauchen Stellen an den BKs. Wirtschaft braucht Jugend, Jugend braucht Bildung, Bildung braucht Menschen, die diese vermittelt. - Entbürokratisierung
Wir digitalisieren Prozesse, setzen auf One-Stop-Lösungen und stärken den direkten Draht zur Wirtschaft. Verwaltung wird Partnerin – pragmatisch, effizient, lösungsorientiert. Mut zur Entscheidung statt Formularflut. - 100 Tage im Amt
Wir haben ein Zukunftsteam aufgestellt, erste Bauprojekte angeschoben und die Verwaltung digitaler aufgestellt. Der direkte Austausch mit Unternehmen und Kommunen steht – wir setzen auf Tempo, Transparenz und Teamarbeit und das gemeinsam mit unseren 16 Städten und Gemeinden.
Meinolf Haase - CDU
- Mobilität in Lippe
Die Aufzählung der Verkehrsmittel ist um das Fahrrad zu ergänzen. Die verschiedenen Verkehrsträger werden intelligent miteinander verknüpft, ohne hierbei einen Verkehrsträger einseitig zu bevorzugen. Ich sehe keine „Großprojekte“ sondern eine Weiterentwicklung der bestehenden Infrastruktur: was heute vorhanden ist, muss verlässlich funktionieren. - Standort Lippe
Das Kreishaus versteht sich in allen Fachämtern als Problemlöser Die kommunale Flächenplanung muss Gewerbeflächen ausweisen können. Die Kreisfinanzen sind so zu ordnen, dass nicht die Kommunen ihre Steuern und Abgaben zu Lasten der Unternehmer erhöhen müssen. Der Kreis muss den Rahmen für eine sichere und wettbewerbsfähige Energieversorgung sicherstellen. - Berufsausbildung stärken
Soweit möglich, ist schon in den allgemeinbildenden Schulen die Berufsausbildung als Alternative zum Studium darzustellen. Die Berufsschulen des Kreises müssen so modernisiert werden, dass Doppelstrukturen abgeschafft werden. Weiter ist zu prüfen, ob die vorgehaltenen Schulplätze auch den tatsächlichen Erfordernissen entsprechen. - Entbürokratisierung
Der Kreis wird Motor der Entbürokratisierung, indem zunächst im Kreishaus unnötige Verwaltung und Prozesse abgeschafft werden. Parallel dazu wird Entsprechendes auch mit den Kommunen im Dialog auf allen Ebenen weiterentwickelt. Das kann nur gelingen, wenn Verwaltung auch von der Wirtschaft lernt. - 100 Tage im Amt
Ich habe alle Fachabteilungen des Kreishauses intensiver kennengelernt. Im Dialog mit den Beschäftigten und der Wirtschaft habe ich begonnen, das neue Leitbild des Kreises als Problemlöser umzusetzen. Der Bürokratieabbau ist in vollem Gange.
Ilka Kottmann - SPD
- Mobilität in Lippe
Zukünftige Fortbewegung muss immer heißen, dass die Mobilität für Lipperinnen und Lipper besser wird. Das bedeutet: Verkehrsmittel gut aufeinander abstimmen, verlässlich und flüssig. Für die Kreisverwaltung bedeutet das, insbesondere bei Kreisstraßen, dem Radverkehr und ÖPNV anzusetzen. - Standort Lippe
Ohne Wirtschaft läuft nichts. Deshalb ist es so wichtig, dass der Standort Lippe attraktiv bleib. Als Landrätin habe ich die Pflicht, interessenvertretend für die lippische Wirtschaft zu handeln. Innovative Ideen sollten im besten Fall mit den Unternehmen gemeinsam entstehen, wie interkommunale Gewerbeflächen. - Berufsausbildung stärken
Bildungsstätten schaffen die Zukunft der Gemeinschaft. Sei es durch Fach- und Arbeitskräfte oder durch Innovation. Das müssen unsere Berufskollegs auch ausdrücken. Wichtig ist: Junge Menschen müssen schnell in Arbeit kommen. Die Ausbildung muss zum Azubi und zur Wirtschaftsstruktur passen. - Entbürokratisierung
Umgang mit Verwaltung bedeutet für Unternehmen häufig Bürokratie. Hier sehe ich die Kreisverwaltung in der Pflicht, lippische Wirtschaft zu entlasten. Zwar stößt der Bund hier aktuell einiges an, aber wir warten nicht auf ihn. Hier ist es wichtig, mit den Unternehmen in den Austausch zu kommen. - 100 Tage im Amt
Hier sehe ich drei Kernthemen. Bei der Arbeitsmarktpolitik mit allen Akteuren noch verbindlicher zusammenarbeiten. Einen Kreishaushalt aufstellen, den die Kommunen im Kreis gerne mitgehen. Einen Dialog zur medizinischen Versorgung einführen, mit Experten, Verwaltung und den Lipperinnen und Lippern.
Dr. Inga Loke - BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- Mobilität in Lippe
Mobilität muss für alle möglich und bezahlbar sein. Ich setze auf die S-Bahn OWL, bessere Radwege, Straßen mit emissionsarmem Verkehr und einen flexiblen ÖPNV (z. B. Limo-Service). Staus auf den Straßen lösen wir im direkten Dialog mit Verantwortlichen. So stärken wir den Standort Lippe nachhaltig. - Standort Lippe
Ich will Lippe zu einem echten Zukunftsstandort entwickeln: mit einer starken, nachhaltigen Wirtschaft, mit Hidden Champions und Mittelstand. Wir brauchen sichere Arbeitsplätze, verlässliche und attraktive Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen, damit Innovation und Klimaschutz Hand in Hand gehen. - Berufsausbildung stärken
Berufskollegs sind zentral für unsere Wirtschaft. Ich will moderne Gebäude, zeitgemäße Ausstattung und Ausbildungsgänge, die sich an neuen Technologien und Berufsbildern orientieren. Neue Technologien implementieren wir gemeinsam mit Unternehmen und Handwerk. Doppelstrukturen will ich vermeiden. - Entbürokratisierung
Mein Ziel: Fortschritt ermöglichen. Als Verwaltungschefin unterstütze ich mutiges Handeln statt Sicherheitsdenken. Prozesse werden kundenorientiert gedacht und digital verschlankt. Verwaltung wird Partner der Wirtschaft durch offenen Dialog und pragmatische Lösungen. - 100 Tage im Amt
Ich setze auf Vertrauen durch offene Gespräche mit Wirtschaft, Verwaltung, Politik und Bürgern. Wir erarbeiten gemeinsam einen Zukunftshaushalt 2026 mit klaren Zielen statt „weiter so“. Mein Anspruch: mehr Zuversicht, neue Ideen und konkrete Umsetzung von Tag 1 an.



