Lippe inside - Starker Standort
Ein halbes Jahrhundert alles rund ums Härten
Mutig: Die Arbeit kündigen, die Heimat Werdohl bei Lüdenscheid verlassen und in Augustdorf ein Unternehmen gründen!
Aber Helmut Wied hatte sich 1975 den Standort OWL für seine Salzbadhärterei strategisch klug ausgewählt: Viele mittelständische Industriebetriebe in der Region, aber keine Härterei.
Klein ging es gemeinsam mit seiner Frau Siglinde sowie zwei Mitarbeitern im Imkerweg in Augustdorf, in einer gemieteten Halle auf 150 Quadratmetern Fläche, los.
Mit dem zunehmenden Markterfolg reichten die Produktionskapazitäten nicht mehr aus. 1980 baute Wied seine erste eigene Halle, die in mehreren Schritten in den Folgejahren erweitert wurde.
„Mein Vater war ein Pionier. Er hat stets in neue Technologien investiert und immer auf Strom statt Gas, wie 95 Prozent der Marktbegleiter, gesetzt“, berichtet Klaus-Peter Wied, seit 1989 im Betrieb und seit 1998 Geschäftsführer.
Neben der Salzbad-Härtung und -Nitrierung seien nach und nach die Verfahren Vakuumhärten, Gas- und Plasmanitrieren, die Schutzgasbehandlung sowie das Brünieren hinzugekommen.
Technologisch folgte 2022 dann ein entscheidender Schritt: Mit dem Induktiv- und Laserhärten investiert das Unternehmen in Randschichtverfahren, die sehr energieeffizient sind, und ein selektives und zielgenaues Härten ohne aufwändige Vorbehandlungen ermöglichen. „Durch das Laserhärten können wir nun auch sehr große Teile behandeln für die wir zuvor noch keine Anlagenkapazitäten hatten. Mit unserem mobilen Laser fahren wir sogar zum Kunden“, erläutert Sascha Weber, technischer Leiter. Das eröffne ganz neue Märkte.
Wied ergänzt stolz: „Es gibt praktisch nichts, was wir noch nicht gehärtet haben. Das Spektrum reicht von künstlichen Kniegelenken über Armaturen für Kernkraftwerke bis zu Achsen von Rennwagen.“ Heute arbeiten über 60 Menschen für Ferrum, in vier „Werken“ auf über 10.000 Quadratmeter Fläche.



