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Ohne Druck(luft) zum Sieg

Mit einem praxisnahen Projekt zur Energieeinsparung haben die Auszubildenden Reece Hodges und Mika-Fynn Sonneborn von der DORMA-Glas GmbH bei den Energie-Scouts OWL 2025 überzeugt. Ihr Ansatz: die Optimierung eines Roboterarms, der Türscharniere für die Weiterverarbeitung handhabt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – der Druckluftverbrauch der Anlage wurde um rund 60 Prozent pro Jahr reduziert.

Der Roboterarm entnimmt jeweils zwei Türscharniere aus einer Kiste, positioniert sie in einer Vorrichtung und führt sie einer Laserkammer zu, in der ein Logo eingraviert wird. Anschließend werden die fertigen Scharniere entnommen und neue eingelegt. Bislang erfolgte das Greifen der Bauteile über ein dauerhaft arbeitendes Druckluftsystem, das mittels Unterdruck arbeitete.

„Eigentlich greift der Roboter nicht, sondern saugt die Türbeschläge an zwei Punkten an“, erklärt Mika-Fynn Sonneborn, Auszubildender zum Elektroniker für Betriebstechnik. Gemeinsam mit Reece Hodges, angehender Technischer Produktdesigner, analysierte er das System und identifizierte Einsparpotenzial.

Im Rahmen ihres Projekts testeten und installierten die beiden eine intelligente Vakuumpumpe, die nur dann nachregelt, wenn tatsächlich Druckverluste auftreten. Im Gegensatz zur bisherigen Technik läuft die Pumpe nicht mehr dauerhaft. „Der Unterdruck wird aufgebaut und anschließend nur noch bedarfsgerecht ausgeglichen“, so Sonneborn.

Die Einsparungen sind deutlich – nicht nur beim Energieverbrauch, sondern auch bei der Geräuschentwicklung. „Wir sind nicht primär von der Lautstärke ausgegangen“, sagt Reece Hodges, „aber es ist ein positiver Nebeneffekt, dass der Arbeitsplatz jetzt deutlich leiser ist.“

Entstanden ist das Projekt nach einem strukturierten Vorgehen. Nach Workshops und einer Auftaktveranstaltung führten die Auszubildenden einen Betriebsrundgang durch, sammelten Ideen und priorisierten diese thematisch, etwa in den Bereichen Verpackung oder Druckluft. Auch externe Termine mit dem Hersteller der Vakuumpumpe sowie eigene Tests von Schaltungen und Steuerungen wurden dokumentiert.

Neben dem betrieblichen Nutzen profitierten die Auszubildenden auch fachlich. „Für meine Abschlussprüfung muss ich eine Projektplanung erstellen – das Projekt war dafür eine ideale Vorbereitung“, erklärt Hodges.
Auch Sonneborn konnte bereits relevante Inhalte für seine Abschlussprüfung praktisch umsetzen.

Die positive Resonanz im Unternehmen ist groß. „Wir wussten, dass sich Druckluft, Energie und CO2 einsparen lassen“, sagt Cord-Jürgen Nolte, Teamleiter Facility Management bei DORMA-Glas. „Dass die Einsparungen jedoch so hoch ausfallen, hat uns überrascht.“ Das Projekt wirkt zudem nachhaltig: Zwei weitere Auszubildende haben sich bereits für die nächste Runde der Energie-Scouts angemeldet – und Mika-Fynn Sonneborn wird erneut teilnehmen.

   

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