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Dekarbonisierung als Schlüssel

Wie können Industrieunternehmen ihren Betrieb langfristig dekarbonisieren? Und das kostengünstig, effizient und planbar? Bei Phoenix Contact hat man aus eigenen Erfahrungen gelernt und ein umfassendes Transformationskonzept entwickelt, von dem auch andere Unternehmen profitieren können.

Phoenix Contact verfolgt auf dem Weg zu einer nachhaltigen Welt das Zielbild der „All Electric Society“. Diese beschreibt eine Zukunft, in der Energie aus erneuerbaren Ressourcen in ausreichendem Maße und bezahlbar zur Verfügung steht. Ein zentrales Prinzip dieser Vision ist die Sektorenkopplung. Sie stellt sicher, dass die Sektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie als ein ganzheitliches System betrachtet werden und Energie immer in der richtigen Form dort zur Verfügung, wo sie benötigt wird. Daraus entstehen Lösungen, die sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich sinnvoll sind. Unternehmen, die diesen Ansatz verfolgen, gestalten die nachhaltige Energiewelt aktiv mit.

Treiber Dekarbonisierung

Ein wesentlicher Treiber ist dabei die Dekarbonisierung: Ziel ist es, CO2-Emissionen zu reduzieren und langfristig vollständig zu vermeiden. Besonders im Gebäude- und Anlagenbetrieb bietet dieser Ansatz nicht nur ökologische, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Vorteile. Der Einsatz energieeffizienter Technologien und der Umstieg auf emissionsarme Prozesse führen gleichzeitig zu deutlich geringeren Betriebskosten. Angesichts steigender Energiepreise und gesetzlicher Vorgaben wird die Dekarbonisierung zu einem entscheidenden strategischen Faktor für Unternehmen.

Phoenix Contact hat sich als Mitglied der Science Based Targets Initiative verpflichtet, nur noch ein eng begrenztes CO2-Budget zu verbrauchen. Das erfordert eine grundlegende Transformation. Dekarbonisierung ist weit mehr als ein technisches Projekt. Das hat Phoenix Contact bei der eigenen Umsetzung gelernt. Wichtig ist, vom Ziel her zu denken und wirklich alle Sektoren und Einflussfaktoren zu berücksichtigen. Und anders zu planen. Daraus ist ein umfassender Ansatz entstanden, mit dem der Wandel auch in anderen Unternehmen unterstützt wird. Durch sorgfältige Planung, digitale Modellierung und konsequente Umsetzung entstehen Lösungen, die den Unterschied machen, um einen kosten- und energieeffizienten Gebäudebetrieb der Zukunft zu erreichen.

Das Transformationskonzept

Die energetische Transformation erfordert eine strategische Planung, bei der alle relevanten Bereiche miteinander vernetzt und übergeordnet gesteuert werden. Die Entwicklung einer solchen Strategie basiert auf einem digitalen Datenmodell, das zur Simulation verschiedener Energiesysteme und -szenarien dient und später als digitaler Zwilling im Betrieb genutzt werden kann. So lassen sich technische Möglichkeiten über alle Sektoren analysieren und vergleichen, sinnvolle Ausbaustufen erkennen und der zukünftige Energiebedarf präzise bestimmen – eine solide Grundlage für Entscheidungen im Transformationsprozess.

Anschließend werden konkrete Ziele zur Betriebsoptimierung und Zukunftssicherung definiert, Maßnahmen priorisiert und daraus Anforderungen für die Umsetzung abgeleitet. Ein herstellerunabhängiger Ansatz stellt sicher, dass objektiv die besten technischen Lösungen gefunden werden. Im Mittelpunkt jedes Dekarbonisierungsprojektes stehen bei Phoenix Contact der kostenoptimierte Betrieb und die praktische Umsetzbarkeit der Maßnahmen.

Die Projektsteuerung selbst beginnt mit einer integralen Planung. Die Generalplanung umfasst thermische, elektrische und netzwerktechnische Aspekte, die in einem ganzheitlichen Konzept abgestimmt werden. Ziel ist es, Synergien zu nutzen und technische Schnittstellen frühzeitig zu koordinieren, damit die Umsetzung reibungslos gelingt.

Wirtschaftliche und strategische Vorteile

Die systematische Dekarbonisierung bringt für Unternehmen nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch klare wirtschaftliche und strategische Mehrwerte. Durch den Einsatz digitaler Modellierung lassen sich Planungsphasen um bis zu 50 Prozent verkürzen, während eine präzise Dimensionierung technischer Anlagen die Investitionskosten um bis zu 20 Prozent senken kann. In bereits umgesetzten Projekten wurden zudem bis zu 65 Prozent weniger CO2-Emissionen und 60 Prozent niedrigere Energiekosten erzielt. Darüber hinaus steigern Dekarbonisierungsmaßnahmen die Energieeffizienz, erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegenüber Energiepreisschwankungen und regulatorischen Anforderungen und schaffen die Grundlage für Fördermittel sowie eine ESG-konforme Berichterstattung.

   

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