Titelthema
Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage
Die deutschlandweite DIHK-Konjunkturumfrage zeigt: Die Gesamtwirtschaft leidet weiter unter strukturellen Problemen, auch wenn es in einzelnen Branchen Lichtblicke gibt. Wie geht es den Unternehmen, und blicken sie eher optimistisch oder pessimistisch in die Zukunft? Der DIHK-Stimmungsindex visualisiert die aktuelle Lage und Einschätzung. Mit einem Wert von 95,9 ist er im April 2026 zwar leicht verbessert, er signalisiert aber immer noch keine Zuversicht…
Was sagen die Unternehmen genau
Die deutsche Konjunktur kommt auch 2026 nicht vom Fleck. Geopolitische Unsicherheiten, hohe Standortkosten und eine schwache Inlandsnachfrage liegen wie Blei auf der Wirtschaft. Zu diesem Ergebnis kommt die DIHK-Konjunkturumfrage für den Jahresbeginn 2026, die die Stimmungslage von rund 26.000 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen abbildet.
„Die wachsende Weltwirtschaft und erhöhte Staatsausgaben, etwa für Sicherheit und Verteidigung, geben einzelnen Bereichen leichten Auftrieb. In der Breite kommt davon jedoch zu wenig an. Gerade in Zeiten, in denen sich die Weltwirtschaft fundamental neu ordnet, ist das besorgniserregend. Der internationale Wettbewerb wird stärker. Dafür müssen wir uns deutlich mehr anstrengen, um unsere Position zu behaupten.“ DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov
Nur ein Viertel der Unternehmen bewertet seine Geschäftslage zu Jahresbeginn als gut, ein weiteres Viertel als schlecht. Trotz angekündigter Reformen der Bundesregierung ist auch der Blick nach vorne nur geringfügig optimistischer als noch im Herbst: Jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung der Wirtschaftslage.
Die Umfrage unterstreicht die strukturellen Belastungen: Als Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen nicht nur konjunkturelle Risiken wie die schwache Nachfrage im Inland (59 Prozent). Sie sehen sich insbesondere auch durch strukturelle Faktoren wie gestiegene Arbeitskosten (59 Prozent), unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (58 Prozent) und hohe Energie- und Rohstoffpreise (48 Prozent) belastet.
Die Folge für die Unternehmen
Aktuell plant nicht einmal jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) höhere Investitionen, fast jedes dritte (31 Prozent) will sie dagegen kürzen. Investiert wird vor allem in Ersatz (66 Prozent) und Rationalisierung (34 Prozent), Innovationen und Kapazitätserweiterung spielen weiterhin nur eine untergeordnete Rolle. Auch auf dem Arbeitsmarkt bleiben die Unternehmen zurückhaltend: Ein Viertel der Betriebe (23 Prozent) rechnet mit sinkenden Mitarbeiterzahlen, während lediglich zwölf Prozent planen, ihr Personal aufzustocken. Erstmals seit elf Jahren sind wieder mehr als drei Millionen Menschen arbeitslos gemeldet.
Etwas Hoffnung machen hingegen die Exporterwartungen: Trotz der handelspolitischen Turbulenzen rechnen 22 Prozent der Unternehmen in den kommenden zwölf Monaten mit steigenden Ausfuhren – drei Prozentpunkte mehr als im Herbst 2025. Ebenfalls 22 Prozent erwarten ein Minus. Zuletzt waren es noch 29 Prozent.
Angesichts dieses herausfordernden Umfelds muss die Bundesregierung dringend handeln, es braucht einen attraktiven und effizienten Standort Deutschland. Dazu muss jetzt Schluss sein mit Reförmchen. 2026 muss das Jahr echter Reformen werden.“



