Lippe Wissen und Wirtschaft

IHK-Inside

IHK-Wirtschaftsdialog in der Osterräderstadt:

Die IHK Lippe startete die Kommunalen Wirtschaftsgespräche 2026 im Co-Working-Space „Emmerhub“ in Lügde. Unternehmerinnen und Unternehmer diskutierten dort gemeinsam mit der Stadtverwaltung und Vertreterinnen und Vertretern der Politik rund um Bürgermeister Torben Blome über aktuelle Herausforderungen und Chancen des Wirtschaftsstandorts. Im Mittelpunkt standen Haushalt, Infrastruktur, Fachkräftebedarf und digitale Transformation.

IHK-Präsident Volker Steinbach hob die Bedeutung des Formats hervor, das regelmäßig in allen lippischen Kommunen stattfindet. Nur durch den direkten Austausch vor Ort könne die IHK Lippe ein verlässlicher Partner der Wirtschaft bleiben. Gleichzeitig warb er für das ehrenamtliche Engagement innerhalb der IHK. Moderator und IHK-Teamleiter Hinrich Schwarze betonte den Wert einer kontinuierlichen Zusammenarbeit: Lügde zeige große Eigeninitiative bei wirtschaftlichen Transformationsprozessen, diese Dynamik müsse weiter gestärkt werden.

Gastgeberin Julia Herda schilderte ihren Weg in die Selbstständigkeit. Mit dem „Emmerhub“ habe sie einen modernen Ort für Arbeit und Austausch geschaffen, der insbesondere Gründerinnen und Gründern den Einstieg erleichtere und die Innenstadt belebe. Das Projekt zeige, dass innovative Arbeitskonzepte auch in kleinen Städten erfolgreich funktionieren.

Finanzlage und Infrastruktur

Bürgermeister Torben Blome blickte trotz sinkender Gewerbesteuereinnahmen und steigender Belastungen positiv auf die Entwicklung der Stadt. Der Gewerbesteuer-Hebesatz bleibt das elfte Jahr stabil – ein bewusstes Signal an die Wirtschaft. Eine kleine Kommune könne nicht alle Probleme allein lösen, so Blome, entscheidend sei der Zusammenhalt zwischen Verwaltung, Politik und Unternehmen.
Beim Thema Infrastruktur wurde Fortschritt ebenso deutlich wie Handlungsbedarf. Während der Breitbandausbau in der Kernstadt gut vorankommt, sorgt der Emmerauentunnel aufgrund häufiger Sperrungen für Belastungen im Straßenverkehr. Der Bahnanschluss hingegen bietet einen klaren Standortvorteil durch gute Verbindungen in die Region.

Fachkräfte und Innovation

Der Fachkräftemangel prägte die Diskussion besonders stark. Lügde punktet mit einer modernisierten Sekundarschule mit MINT-Schwerpunkt, praxisnahen Formaten wie Speeddatings und einem verlässlichen Betreuungsangebot. Dennoch brauche es stärkeres Standortmarketing, um Talente anzuziehen. In Bezug auf die Gesundheitsversorgung warb Blome für mehr gemeinsames Engagement, um Fachkräfte langfristig an die Region zu binden.

Auch die Chancen der Künstlichen Intelligenz wurden thematisiert – sowohl für Unternehmen als auch für die Verwaltung, etwa durch KI-gestützte Analysen oder digitale Assistenzsysteme.

   

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