Titelthema
Chancen für Industrie in der Verteidigungsindustrie
86 Milliarden Euro standen der Bundeswehr 2025 zur Verfügung. 175 Milliarden Euro will die Bundesregierung bis 2029 für Verteidigung ausgeben. 88.000 der insgesamt 100.000 Einzelteile des Schützenpanzers Marder stammen von kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Und dieser „Markt“ wird nicht in den nächsten zwei Jahren abgearbeitet sein.
In der DIHK-Konjunkturumfrage zu Jahresbeginn 2026 wurden in einer Sonderfrage knapp 5.000 Industrieunternehmen danach befragt, ob sie in die Wertschöpfungskette der Verteidigungsindustrie eingebunden sind – sowohl als direkter Hersteller von militärischen Gütern als auch als Zulieferer. Im Ergebnis sehen sich 17 Prozent der Industriebetriebe in dieser Wertschöpfungskette. Dabei geben 2,5 Prozent der Unternehmen an, dass sie eindeutig militärische Güter herstellen. 6,9 Prozent der Betriebe produzieren Dual-Use-Güter. 7,6 Prozent sind Zulieferer. Weitere 12,3 Prozent der Industriebetriebe sind zwar nicht im Rüstungsbereich engagiert, aber für sie wäre die Verteidigungsindustrie zumindest ein interessanter Markt. Für die restlichen Industriebetriebe ist der Rüstungssektor entweder nicht relevant oder sie machen dazu keine Aussage.
Bezogen auf die Branchen sind es besonders die Investitionsgüterhersteller, die in die Wertschöpfungskette der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie eingebunden sind (24 Prozent): Fahrzeugbau (36 Prozent), Elektrotechnik (25 Prozent) sowie der Maschinenbau (25 Prozent). Aber auch in der Metallerzeugung- und Bearbeitung (30 Prozent) oder im Textilgewerbe (27 Prozent) finden sich überdurchschnittliche viele Betriebe, die zumindest Zulieferer sind.



