IHK-Praxis
Phishing, Smishing, Vishing:
Um an geschützte Informationen von Unternehmen zu gelangen, nutzen Angreifer:innen oft den Faktor Mensch. Neben dem bekannten Phishing kommen dabei weitere Methoden zum Einsatz, darunter auch Smishing und Vishing.
So funktionieren Smishing und Vishing
Eine dem Phishing ähnliche Angriffsart ist das Smishing. Hierbei verwenden die Angreifer:innen anstelle von E-Mails SMS-Nachrichten, mit denen sie ihren Opfern eine falsche Identität vortäuschen und versuchen an Daten zu gelangen. Da SMS-Nachrichten in der Regel sehr kurz sind, fällt es Kriminellen oft vergleichsweise leicht, die Identität beispielsweise des unternehmenseigenen IT-Supports oder eines Paketdienstes glaubwürdig vorzutäuschen. Auch beim Smishing nutzen Angreifer:innen oft schadhafte Links. Diese können beispielsweise auf Websites führen, die die Nutzer:innen zur Eingabe sensibler Anmeldedaten verleiten.
Demselben Prinzip folgt auch das Vishing. Im Gegensatz zu Phishing und Smishing nutzen Angreifer:innen hierfür jedoch Sprachnachrichten oder Telefonanrufe, um ihren Opfern sensible Informationen zu entlocken oder sie zu Handlungen zu verleiten. Oft verwenden die Kriminellen hierfür KI-Unterstützung, mit der sie Stimmen glaubhaft imitieren können. Die von einem Vishing-Anruf betroffene Person wird dabei in der Regel unter Druck gesetzt, indem die Angreifer:innen beispielsweise eine Notlage vortäuschen, die eine dringende Handlung seitens des Opfers erfordert. Durch diesen Überrumpelungseffekt lassen sich viele Betroffene dazu verleiten, der Aufforderung der Angreifer:innen nachzukommen und geben sensible Daten heraus, gewähren Zugang zu Systemen oder tätigen Finanztransaktionen.
Schutz durch Aufklärung der Mitarbeitenden
Sowohl Phishing als auch Smishing und Vishing zählen zu den sogenannten Social Engineering Angriffen. Bei diesen machen sich Angreifer:innen soziale Beziehungen zu Nutze, um Daten zu erbeuten. Rein technische Schutzmaßnahmen genügen deshalb nicht, um diese Angriffsarten effektiv abzuwehren.
Für Unternehmen ist es entscheidend, dass sie ihre Mitarbeitenden dafür sensibilisieren, derartige Angriffe zu erkennen und sich im Fall des Falles sicherheitskonform zu verhalten. Hierzu sind regelmäßige Schulungen und Übungen empfehlenswert. Darüber hinaus ist eine unternehmensweite Sensibilisierung für die Bedeutung der Informationssicherheit sowie für die zuständigen Ansprechstellen erforderlich.



