Lippe Wissen und Wirtschaft

Standpunkt

(Neu-)Eröffnung begeistert

Am ersten Juliwochenende war es so weit! Das neue Eingangs- und Ausstellungsgebäude des beliebten Freilichtmuseums in Detmold war fertig und wurde von der Öffentlichkeit „eingenommen“. Fast vier Jahre nach der Grundsteinlegung fiel der Bauzaun und endlich konnten sich die Menschen ein Bild davon machen, was hier entstanden ist. 24.700 Besuchende strömten in das neue Gebäude des Museums, das zeitgleich seinen neuen Namen erhielt: aus dem „LWL-Freilichtmuseum Detmold“ wurde das „LWL-Museum Hellerlecht | Detmold“.

Als das Museum 1971 eröffnet wurde - damals übrigens unter dem Namen „Westfälisches Freilichtmuseum bäuerlicher Kulturdenkmale“ – war dem ein zähes Ringen zwischen zahlreichen Städten und Kommunen vorausgegangen, die miteinander darum konkurrierten, vom Westfälischen Provinzialverband (so der damalige Name des heutigen LWL) als Standort für das neuartige Museum ausgewählt zu werden. Man entschied sich schließlich für Detmold, weil hier optimale Bedingungen für ein Museum mit Reichweite über den gesamten westfälisch-lippischen Verbandsraum und darüber hinaus geboten wurden. 

Ich leite dieses Museum seit ebenfalls fast vier Jahren, und ich bin fest davon überzeugt: es hätte keinen besseren Standort dafür geben können. Aus Museumssicht stimmt hier einfach alles – vielleicht mit Ausnahme des sehr ausbaufähigen ÖPNV. Das Museum begeistert seine Besuchenden seit einem halben Jahrhundert mit inzwischen 120 historischen Originalgebäuden, die auf 90 Hektar sorgfältig angelegter und gepflegter Kulturlandschaft erlebbar sind. In seinen Depots werden rund 300.000 Objekte westfälisch-lippischer Alltagskultur verwahrt. Wie schade, dass davon bisher nur die allerwenigsten gezeigt werden konnten und wie schade, dass das Museum bisher immer von Ende Oktober bis Anfang April seine Tore schloss. Beides liegt nun, dank des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes, hinter uns: Von Oktober bis April finden in Zukunft große Sonderausstellungen im neuen „Forum“ des Museums statt. 
Es ist ganzjährig geöffnet und verschwindet nicht mehr nach der Freilichtsaison von der „Bildfläche“.

Was für ein großer Sprung! Was für eine Erweiterung des Angebots für die Menschen der Region und weit darüber hinaus. 

Der Eröffnung des neuen Eingangs- und Ausstellungsgebäudes ging eine gefühlt lange Bauzeit voraus. Viele Menschen fragten sich in dieser Zeit, was da hinter dem Bauzaun entstand und ob ihnen die damit einhergehenden Veränderungen gefallen würden. Den Wunsch, dass das erhalten bleibt, was einem am Herzen liegt, nehmen wir ernst. Aber ebenso den Wunsch, dass sich unser Angebotsspektrum dynamisch weiterentwickelt. Dass fast 25.000 Menschen zum Hellerlecht-Festival kamen, zeigt aus meiner Sicht, dass die Standortentscheidung damals gut getroffen wurde: Die Menschen lieben das Museum und sie feiern mit, wenn es in seine nächste Lebensphase startet. Das sind Rahmenbedingungen, die sich so manches Museum in einer Großstadt sehr wünscht. 

Insofern: auf in die nächsten 50 Jahre unseres wunderbaren Museums: Hellerlecht!

Ihre

Dr. Marie Luisa Allemeyer

Direktorin LWL-Museum Hellerlecht | Detmold

   

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