Fokus
Mit Förderung zur KI-gestützten Wertschöpfung
Künstliche Intelligenz (KI) bietet dem Mittelstand enorme Chancen: Mit KI können Unternehmen ihre Produktivität steigern, Kosten senken und neue Geschäftsmodelle entwickeln. Für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) stellt sich jedoch die Frage, wie der Weg zur KI-gestützten Wertschöpfung organisatorisch und finanziell bewältigt werden kann.
Schritt 1: Potenziale identifizieren und Strategie entwickeln
Am Anfang jeder KI-Transformation steht die Analyse der bestehenden Prozesse. Welche Abläufe verursachen hohe Aufwände? Wo entstehen Daten, die bislang ungenutzt bleiben? Welche Aufgaben könnten automatisiert oder durch KI unterstützt werden?
Für diese Orientierungs- und Beratungsphase können KMU auf folgende Beratungs- und Qualifizierungsangebote zurückgreifen:
KI.Sprechstunde der Kompetenzplattform KI.NRW
KI.NRW bietet ein kostenloses Gesprächsformat an, um zentrale Fragen zum KI-Einstieg zu klären. Experten helfen dabei, den eigenen KI-Status zu prüfen und zeigen technische Möglichkeiten sowie Förderwege auf.
BAFA-Förderung für Digitalisierung & KI
Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle unterstützt die Inanspruchnahme externer Unternehmensberatungen zur Digitalisierung und Prozessoptimierung mit bis zu 80 Prozent der Beratungskosten (max. 2.800 Euro; Förderrichtlinie gilt bis 31. Dezember 2026).
NRW.BANK.Impuls KI
Ab 17. August erhalten KMU in NRW weitere Hilfe beim Einstieg in den Einsatz von KI.
Ziel des Programms ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, geeignete KI-Anwendungsfälle zu identifizieren, deren wirtschaftlichen Nutzen zu bewerten und KI-Lösungen vor einer größeren Investition zu erproben. Auf diese Weise können Investitionsrisiken reduziert und KI-Projekte strukturiert vorbereitet werden.
Gefördert werden insbesondere Beratungs- und Testleistungen zur Vorbereitung und Erprobung von KI-Projekten. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben, maximal jedoch 25.000 Euro je Unternehmen. Die Antragstellung erfolgt über das Online-Portal der NRW.BANK.
Schritt 2: Organisation befähigen, Mitarbeiter qualifizieren und Pilotprojekte starten
Der Erfolg von KI hängt maßgeblich von den Beschäftigten ab. Deshalb sollten Unternehmen frühzeitig in Weiterbildung investieren und erste Pilotanwendungen mit überschaubarem Risiko testen.
Ziel dieser Phase ist es, Erfahrungen zu sammeln, Akzeptanz aufzubauen und konkrete wirtschaftliche Effekte sichtbar zu machen.
Arbeitswelt.Plus
Das Kompetenzzentrum Arbeitswelt.Plus bündelt Know-how und Erfahrungen aus Wissenschaft und Wirtschaft im Verbund mit Gewerkschaften. Hier finden Unternehmen Lösungen und Kompetenzen rund um die Themen KI und Arbeit 4.0. Das kostenlose Angebot reicht von einer ersten Information über Schulungsangebote bis hin zu konkreten Umsetzungsprojekten im Unternehmen.
Mittelstand-Digital Zentrum Ruhr-OWL
Kostenlose Unterstützung bietet auch das MDZ Ruhr-OWL. Das Zentrum informiert praxisnah über digitale Technologien, KI-Anwendungen und Industrie-4.0-Lösungen. Unternehmen können dort Lösungen kennenlernen, Vorhaben testen und Erfahrungen sammeln.
Schritt 3: Entwickeln und innovieren
Steuerliche Forschungszulage nutzen!
Die steuerliche Forschungszulage (SFZ) ermöglicht es Unternehmen in Deutschland, finanzielle Mittel für ihre Entwicklungsarbeit zurückzuerhalten. Damit sind primär alltägliche betriebliche Entwicklungsaktivitäten gemeint, wie die Entwicklung neuer Produkte, die Verbesserung von Verfahren oder die Lösung technischer Herausforderungen. Sie fördert Forschungs- und Entwicklungsarbeiten über das Steuerrecht und kann für viele KI-Projekte genutzt werden.
Der große Vorteil: Die Förderung ist technologieoffen und kann ohne vorherige Bewilligung für förderfähige FuE-Aktivitäten beantragt werden. Gerade für Unternehmen, die kontinuierlich an KI-Anwendungen arbeiten, bietet sie eine hohe Flexibilität. Für KMU wurde die Forschungszulage zuletzt deutlich aufgewertet.
Der Unterschied zur traditionellen Projektförderung:
FuE-Vorhaben sind auch rückwirkend bis zu vier Jahre förderfähig. Es gibt keine Antragsfristen, Wettbewerbsverfahren und Themeneingrenzung.
Beispiel:
Ein KMU mit 1.000.000 Euro Kosten für externe FuE-Aufträge kann in der Förderberechnung 2026 (inkl. Gemeinkostenpausche) auf eine Bemesssungsgrundlage i.H.v. 684.000 Euro kommen.
Die steuerliche Förderung durch die Forschungszulage i.H.v. 35 Prozent entspräche somit 239.400 Euro.
Faire Beratung zur Forschungszulage?
Die IHK Lippe ist Mitglied im Arbeitskreis Faire Beratung Forschungszulage OWL.
Ziel ist, mit einem gemeinsamen Qualitätsstandard eine gute Beratung zur steuerlichen Forschungszulage in OWL zu gewährleisten und über den Rechtsanspruch auf die Zulage zu informieren.
KfW-Kredit für die Digitalisierung Ihres Unternehmens
Von neuer Hard- und Software über digitale Geschäftsmodelle bis hin zum Einsatz von Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz: Mit dem ERP-Förderkredit Digitalisierung können Sie Ihr Digitalisierungsvorhaben finanzieren – sogar Grundausstattung wie Laptops oder Mobiltelefone.
Mittelstand Digital Zentrum Handel
Das MDZ Handel unterstützt kleine und mittlere Einzelhändler dabei, Geschäftsmodelle durch digitale Anwendungen zukunftssicher zu machen. Es bietet kostenfreie und praxisnahe Hilfestellungen wie Webinare, Workshops, Unternehmens-Sprechstunden, KI-Beratung und Vor-Ort-Besuche an. So gelingt die Digitalisierung im Geschäft!
Digitalcoach NRW für Lippe
Die Digitalisierung im Handel umfasst viele Bereiche. Vom Online-Marketing über Social-Media bis hin zu digitalisierten Prozessen. Vom Online-Shop bis zur Warenwirtschaft. Von der Beschaffung bis zur Retoure.
Andrea Haselmann begleitet Handel und Gastronomie in Lippe auf dem Weg der Digitalisierung – kostenfrei.
Kontaktdaten:
Andrea Haselmann
E-Mail: a.haselmann@handelsverband-owl.de
Tel.: +49 151 65936447
KIT.OWL – KI-Transferoffensive
Während größere Firmen häufig bereits Künstliche Intelligenz einsetzen, benötigen kleine und mittlere Betriebe angesichts knapper Ressourcen und fehlenden Know-hows Unterstützung. Genau hier soll das Projekt ansetzen: Wissen passgenau zur Verfügung stellen, Testumgebungen und Reallabore anbieten, branchenübergreifenden Erfahrungsaustausch und Qualifizierungen ermöglichen.
ENGAGE-KI – Künstliche Intelligenz im Engineering
Leitprojekt im it's OWL-Netzwerk, das KMU hilft, Künstliche Intelligenz systematisch in den Engineering-Prozess zu integrieren.
KI-Akademie OWL
Die KI-Akademie OWL erforscht, wie Künstliche Intelligenz verantwortungsvoll, effizient und nachhaltig eingesetzt werden kann. Der Fokus liegt auf der Identifikation von Risiken hochkomplexer KI-Modelle und der Entwicklung spezialisierter, ressourcenschonender
KI-Lösungen – auch im Kontext der Inklusion.
Die Akademie bringt Technik, Sozial- und Geisteswissenschaften zusammen, um KI verständlich, sicher und inklusiv zu gestalten – für Unternehmen, Bildungsakteure und die Gesellschaft.



