Titelthema
Der Duft von Texas in Lippe
Wenn am Rande des Hasselbachteiches Rauch mit intensivem Buchenholzaroma aufsteigt, dann brennt nichts an – hier zaubert Timo Hooge am Smoker.
Der 36-Jährige hat den einstigen Traditionsgasthof „Zum Donoperteich“ in „TMO’s Teichhaus“ verwandelt und serviert seitdem Leckereien nach amerikanischer Art. Neben Restaurant- und Biergartenbetrieb setzt der gelernte Koch auf den hauseigenen Saal als optimale Eventlocation. „Geh’ mal raus, ich will hier rein.“ Timo Hooge erinnert sich noch genau an diesen Satz, den er im Scherz zu seinem Vorgänger sagte, als er bei diesem als Aushilfe tätig war. „Mich interessierte eigentlich nur der Saal, da immer mehr Kunden nach dem Komplettpaket fragten“, erzählt Timo Hooge, der vor sieben Jahren den Schritt in die Selbständigkeit wagte. Erst im kleinen Foodtrailer, später im größeren Foodtruck regional unterwegs, wuchs parallel das Cateringgeschäft für Veranstaltungen. Als dann im vergangenen Jahr das Gebäude an der Stoddartstraße in Pivitsheide zum Verkauf stand, investierte Timos Bruder Patrick Hooge in die Immobilie und die Erfolgsgeschichte von TMO’s Teichhaus konnte beginnen. Allerdings unter einer „Bedingung“: Der FSV Pivitsheide wünschte sich, am bewährten Ort Karneval feiern zu dürfen. „Damit hatte ich so gar nichts am Hut“, verrät Timo Hooge, dass sich die Begeisterung anfangs in Grenzen hielt, zumal die Renovierung auf Hochtouren lief. Passenderweise lautet der Schlachtruf der Pivitsheider Jungnarren „Hammer, Hammer – Bumm Bumm“ und es sollte die schönste Jecken-Sause der letzten Jahre werden.
Im März dieses Jahres konnte es dann endlich richtig losgehen. Doch Timo Hooge hat Geduld. Die benötigt er auch für die Kunst am Smoker. „Low and slow“ steht für eine Entschleunigung am Grill, für das Zelebrieren der Langsamkeit. Denn echte Barbecue-Klassiker wie Brisket, Pulled Pork oder Spareribs brauchen etliche Stunden im Rauch, um butterzart zu werden. Der zweifache Familienvater, der aus Grömitz stammt, als Zehnjähriger nach Lage kam und heute in Horn-Bad Meinberg lebt, schwärmt von dem Zusammenspiel von Feuer, Holz und Fleisch. Die Gäste wissen diese Hingabe zu schätzen. „Wir haben auch diejenigen abgeholt, die hier ursprünglich ein Schnitzel erwartet haben“, verrät Timo Hooge stolz, dass es sowohl für die Produkte als auch für den Service und die rustikale Einrichtung viel Lob gebe. Man wolle nicht nur Gastwirt, sondern auch Gastgeber sein.
Drei Vollzeitkräfte sowie 17 Aushilfen stehen dem Unternehmer zur Seite, Bedarf steigend. Denn der Saal und Restaurant seien so gut wie jedes Wochenende ausgebucht. Hooge ist bereit, sein Wissen zu teilen und würde gerne einen Koch oder eine Köchin ausbilden. Klassisches, texanisches Barbecue, das suche in Ostwestfalen seines Gleichen. „Ich war drei Monate lang mit meiner Frau in Amerika und habe mir einiges abgeguckt, mich reingefuchst und viel selbst beigebracht“, so Timo Hooge über seine „learning by doing“-Methode. Seine Rauchzeichen, die werden jedenfalls inzwischen weit über Lippes Grenzen hinaus empfangen.



