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Wenn der Berg ruft

Der Weg ist das Ziel, besonders wenn er über zahlreiche Kurven direkt gen Himmel führt. Für viele Biker ist die Strecke hinauf zum Köterberg absoluter Kult.

Gut 500 Meter über dem Meeresspiegel, am höchsten Punkt Lippes, thront das Restaurant & Café Köterberg mit Panorama-Blick in Lügde, das von Inhaber Florian Brand und „den Mädels“ – wie er sein Mitarbeiterinnen-Team gerne nennt – seit 2019 mit viel Herzblut bewirtschaftet wird.

Einen Plan B gab es für den gelernten Koch eigentlich nie. „Für meinen Vater Rudolf war immer klar, dass ich das Köterberghaus übernehme, und ich habe mich gefügt“, erzählt Florian Brand. Dabei wirkt der 44-Jährige tiefenentspannt und keineswegs so, als hätte er die Entscheidung jemals bereut. Das liegt vielleicht auch an seiner Partnerin Mandy Trompeter, die ihm nicht nur in Sachen Büro und Personalplanung den Rücken freihält, sondern sowohl in der Küche als auch im Service einspringt, wenn Not ist. Denn besonders am Wochenende brummt es hier oben gewaltig. Und zwar wortwörtlich. Motorrad an Motorrad reiht sich auf dem Parkplatz aneinander. Für Biker ist der Platz eine Art Pilgerstätte. „Dann bekommt man hier kein Bein an die Erde“, bestätigt Florian Brand. Dieser ist hier aufgewachsen und wohnt nach wie vor in dem markanten Gebäude. Privatsphäre? Luxus. Doch Brand kennt es eben nicht anders.Vor einem Jahr hat er Montag und Dienstag zu Ruhetagen ernannt.

Früher war das Restaurant-Café 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet, da die ganze Familie vor Ort im Einsatz war. „Innerhalb der Woche ist es nicht planbar, wie viele Gäste den Weg hier rauf finden“, vergleicht es Brand mit einem Glücksspiel. Deshalb öffnet er das Restaurant-Café, in dem deutsche Hausmannskost wie Schnitzel, Rouladen oder Pfannkuchen serviert werden, nur samstags und sonntags. Das Herzstück des Betriebs sei ohnehin der Kiosk. Das Büdchen ist enorm beliebt, besonders bei den Bikern, die sich nicht aus ihren Kutten schälen möchten. 

„Die wollen, dass es schnell geht“, verweist Mandy Trompeter auf die beliebten Ei-Brote, Bockwurst oder Erbsensuppe, die „mal eben“ den Hunger stillen. Bei schönem Wetter werde gegrillt. Die Elbrinxerin kennt den Köterberg schon aus Kindertagen. Während für sie und alle anderen Mitarbeitenden der gigantische Rundumblick über den Teutoburger Wald und das Weserbergland bis hin zum Brocken im Harz alltäglich geworden ist, ziehen das Panorama sowie die Sonnenuntergänge und andere Himmelsspektakel zig Besucher magisch an. „Es gibt sogar eine Motorrad-Feierabendrunde, die jeden Abend bei uns endet“, berichtet Florian Brand von treuen Stammgästen. Und dann gibt es die Wanderer und Touristen, oft aus den Niederlanden oder Großbritannien. „Die sind sogar schon mal für Kaffee und Kuchen mit dem Helikopter angereist“, verrät Florian Brand schmunzelnd. Seit 1933 lebt seine Familie Brand hier oben im Dreiländereck von Nordrhein-Westfalen. Und Tradition verpflichtet eben…

   

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