Titelthema
Gastgeben mit Herz
Wer das Restaurant Garre betritt, spürt sofort, dass hier mehr dahintersteckt als gutes Essen. Es ist ein Ort, an dem Gastfreundschaft seit über einem Jahrhundert von Generation zu Generation weitergegeben wird. Seit 1920 befindet sich das Haus in Familienbesitz. Jede Generation hat dabei ihre eigenen Spuren hinterlassen.
Was einst mit Heinrich Garre, einem Kaufmann alter Schule, begann, entwickelte sich über die Jahrzehnte zu einem Familienbetrieb mit unverwechselbarem Charakter. Auf ihn folgten Anneliese und Heinz Garre, später führten Ruth und Peter Garre Restaurant und Hotel erfolgreich weiter, bevor Melanie und Thomas Garre die Verantwortung mit frischen Ideen übernahmen.
Thomas Garre lacht, wenn er sagt: „Ich bin 50 Jahre alt und habe 40 Jahre Berufserfahrung.“ Bereits als Zehnjähriger half er im Service. Seine Ausbildung zum Koch im Burghotel Blomberg schloss Thomas Garre 1994 als Jahrgangsbester ab. Im selben Jahr wurde er Lippischer Jugendmeister der Köche. Es folgten die deutschen Meisterschaften in Berlin und weitere Stationen auf Sylt, in Hannover an der Hotelfachschule und im Schwarzwald.
Am Titisee wurde er 2000 jüngster Bankettleiter der Maritim-Hotelgruppe.
Trotz aller Karrierechancen zog es ihn zurück nach Horn. Seit 2001 führt Garre den elterlichen Betrieb und beschreibt diesen Schritt als „nach Hause kommen“. Sterneküche? Das ist für Thomas Garre nie das eigentliche Ziel gewesen. Sein Anspruch ist ein anderer: ehrliche deutsche Küche auf handwerklich höchstem Niveau. „Auf meiner Speisekarte steht nur das, woran ich selbst Freude habe, es zu kochen“, sagt er. Die klassische Hotelküche mit überwiegend französischen Techniken, die er gelernt hat, interpretiert Garre heute mit verschiedensten Einflüssen neu. Dabei gilt: Saucen, Brot, Pasta und fast alles andere stammt aus eigener Herstellung. „Sonst könnte ich nicht mehr in den Spiegel schauen.“ Im Familienbetrieb sind Ehefrau Melanie und Schwester Kerstin Garre-Beckmeier in allen Bereichen des Betriebes tätig und auch die nächste Generation packt bereits tatkräftig mit an. Ein insgesamt 16-köpfiges Team sorgt dafür, dass sich die Gäste im Restaurant sowie in den sieben Hotelzimmern wohlfühlen. Viele kommen schon seit Jahren. Aussagen wie „Hier ist es immer so lecker“ oder „Hier findet man stets ein offenes Ohr“ sind für das Team das schönste Kompliment. Schwerpunkt des Betriebes ist neben dem À-la-carte-Restaurant auch der Veranstaltungsbereich mit bis zu 50 Plätzen für Feiern aller Art. Zudem verfügt das Haus über drei Doppel-Kegelbahnen, die sowohl von festen Kegelclubs als auch für kleine Feiern oder „Just for fun“ gebucht werden.Ob Änderungen für die Zukunft geplant sind? „Ja und Nein.“ Technisch sei man in jedem Fall auf der Höhe der Zeit. Ihr erfolgreiches Betriebskonzept bezeichnen Melanie und Thomas Garre schmunzelnd als ein bisschen „Retro“, allerdings mit der persönlichen Note.



