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Titelthema

Die Chemie stimmt hier

Er ist plüschig, blau und fällt bei seinen Versuchen als Stuntman oft auf seine lange Nase: Gonzo aus der Muppet-Show. Mit der Wahl dieses witzigen, wenn auch inoffiziellen Firmenmaskottchens, beweisen die Inhaber von „iChemAnalytics“ in Detmold Humor und zeigen, dass Wasserstoffwirtschaft und Elektrochemie keineswegs trockene Themen sind.

Wenn Kristian Macke und Dr. Jens-Uwe Riedel erzählen sollen, was sich genau hinter „iChemAnalytics“ verbirgt, dann atmen sie erst einmal ganz tief durch. „Es ist schwierig, unser Angebot in wenigen Sätzen zu erklären“, lächeln die beiden wissend und versuchen es trotzdem. „Im Prinzip haben wir drei Schwerpunkte: Wir entwickeln Hard- und Software auf Kundenwunsch, bieten Prüfequipment und Messtechnik für die Wasserstoffwirtschaft an und sind Berater sowie Mess-Dienstleister“, bringt es Kristian Macke auf den Punkt. Zusammen mit seinem Kompagnon Dr. Jens-Uwe Riedel hat der Elektroningenieur eine digitale Messmethode für die Energiewende entwickelt, mit der die beiden Forscher weltweit eine Vorreiterrolle in der industriellen Wasserstoffprüfung übernommen haben. „Wir sind der Wasserstoffversprödung in Fertigungsprozessen und Bauteilen immer auf der Spur“, nennt Dr. Jens-Uwe Riedel die gemeinsame Leidenschaft. Dass zwischen den beiden Firmeninhabern die Chemie stimmt, merkt man sofort. „Wir haben uns bei der Firma Weidmüller kennengelernt und hatten das gleiche Thema“, berichtet Kristian Macke von seiner Zeit als Masterstudent. „Eigentlich wollte ich danach sofort wieder zurück nach Osnabrück“, schmunzelt der 33-Jährige, der jedoch im Jahr 2018 vom Studium direkt in der Selbstständigkeit landete. Dr. Jens-Uwe Riedel kündigte seinen sicheren Job und stieg mit ein. „Das selbstbestimmte Arbeiten und die Aussicht, noch mal etwas ganz Besonderes im Leben zu machen“, nennt der 55-Jährige, der parallel an der Technischen Hochschule OWL lehrt, als seine Antriebsfaktoren. Und dieses ganz Besondere spiegelt sich nun im Aufbau einer eigenen Materialdatenbank sowie der Entwicklung neuer Prüftechniken und Prüfmethoden wider. „Wir machen die Wirkung der Wasserstoffversprödung durch die Kombination der Ingenieurswissenschaften mit der Digitalisierung sichtbar“, sehen die Unternehmer in ihren Energiethemen auch einen Mehrwert für die Gesellschaft.

«In der Branche haben Macke und Riedel, die mittlerweile auf vier Mitarbeiter plus zwei Masteranden gewachsen sind, längst einen Namen.

Die Prüfstände werden zwar überwiegend in Deutschland verkauft, doch es bestehe auch europaweit großes Interesse an den Innovationen „made in Lippe“. Und was ist mit dem asiatischen Markt? „Dafür sind wir vielleicht noch etwas zu klein“, geben sich die erfolgreichen Entwickler bescheiden.

   

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