Titelthema
Spezialist für die schönsten Tage im Jahr
Dirk Schäfer ist ein cooler Typ. Einer, der immer klare Worte findet. Und der eigentlich vor zwölf Jahren aussteigen wollte. Ab in den Süden, nach Mallorca. Doch der Zufall wollte es anders und legte ihm „sein Baby“ vor die Füße: ein eigenes Reisebüro in Detmold-Hiddesen.
„Eigentlich ist mein Vater schuld, dass ich hier sitze“, verrät Dirk Schäfer und muss grinsen. „Als meine Vorgängerin aufhörte, meinte er zu mir: Mach du das doch.“ Zu dem Zeitpunkt blickte der heute 57-Jährige auf eine 22-jährige Tätigkeit bei der Firma Weidmüller zurück und der Sonne entgegen. „Ich wollte ausbrechen aus dem Arbeitstrott und in Richtung Malle, meiner Lieblingsinsel, flüchten“, erzählt der Detmolder rückblickend.
«Die Sehnsucht nach Meer erwies sich dann als beste Voraussetzung, um anderen Urlaubshungrigen die passende Reise zu verkaufen.
Wobei, als Verkäufer beschreibt sich Dirk Schäfer nur ungern. Eher als Glücklichmacher, der auf der Suche nach dem passenden Ort für die schönste Zeit im Jahr behilflich ist. Der gelernte Rechtsanwalts- und Notargehilfe fand schnell Gefallen an seiner neuen Aufgabe und kann sich bis heute keinen besseren Job vorstellen. „Die Pleite von Thomas Cook, die Pandemie, jetzt der Krieg - das hat die Branche allerdings sehr hart getroffen“, nimmt Schäfer sein eigenes Reisebüro dabei nicht aus. „Wenn ich Mitarbeiter:innen gehabt hätte, dann hätte ich die nicht halten können.“ Der Quereinsteiger hat sich im Laufe der Zeit eine große Stammkundschaft erarbeitet. Corona habe ihm sogar Neukund:innen beschert. „Leute, die zuvor nur im Internet gebucht haben und nun die persönliche Beratung und den Service zu schätzen wissen“, so Dirk Schäfer. „Wer im Reisebüro bucht, zahlt ja definitiv nicht mehr, sondern bekommt diese Zusatzleistungen gratis on top.“ Geduld und Ehrlichkeit zeichnen den Unternehmer aus. „Es ist mir wichtig, die Kund:innen nicht unter Druck zu setzen. Und wenn das Budget nicht reicht, dann rate ich, lieber noch ein Jahr zu sparen, um dann einen wirklich schönen Urlaub genießen zu können“, stehen für Schäfer Erholung und Zufriedenheit an erster Stelle. „Am Ende möchte ich ja auch weiterempfohlen werden.“ Auf positive Rückmeldungen konnte er sich bisher immer verlassen. „Nach jeder Reise bitte ich meine Kund:innen um ein Feedback, denn mir fehlt die Zeit, selbst die vielen Hotels und Destinationen zu bereisen.“ Manche Kund:innen kenne er nicht einmal von Angesicht zu Angesicht. „80 Prozent schreiben mir eine E-Mail mit ihren Reise-Wünschen. Auf dem gleichen Weg sende ich dann nach entsprechender Recherche passende Angebote zu“, ist bei dem Reisebüro-Betreiber die Digitalisierung längst angekommen. Der Mittelmeer-Raum gehöre nach wie vor zu den beliebtesten Zielen. Und wer könnte da besser beraten als jemand, der nach wie vor von einem Leben im Ruhestand auf den Balearen träumt.



