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Wo Herzblut dransteht, ist auch Herzblut drin

„Wie schön, dass du da bist“, steht auf der Fußmatte vor dem Eingang des „Herzblut-Lädchens“. Für Inhaberin Sabine Röthig ist das keine leere Floskel. Sie freut sich auch nach sieben Jahren vor Ort noch über alle, die den Weg in die Ermgasser Heide in Leopoldshöhe finden. Ihre Kundinnen nennt sie liebevoll „meine Mädels“.

Und für diese Mädels macht Sabine Röthig fast alles möglich. „Wenn spät abends noch eine Anfrage kommt, dann gehe ich auch schon mal im Schlafanzug runter und gucke nach, ob das gewünschte Möbel, Deko-Teilchen oder Klamöttchen noch da ist“, erzählt die 47-Jährige grinsend. Mit ihrer unkomplizierten Art hat sie sofort alle Sympathien auf ihrer Seite und ein weiteres Herz-Ass im Ärmel: ihre Mama Monika Muhlack. „Beim Waffelessen an einem Sonntagnachmittag war sie es, die gesagt hat: Lass uns einen Deko-Laden eröffnen“, freut sich Sabine Röthig, dass die inzwischen 80-Jährige nach wie vor als feste Größe im Lädchen und an ihrer Seite steht. Die beiden stammen ursprünglich aus dem Ruhrgebiet. „Als ich meinen Mann Andreas kennengelernt habe, bin ich aber ziemlich zügig hier zu ihm nach Lippe gezogen“, erzählt die gelernte Bankerin, für die Familie alles ist. Andreas Röthig war bereits mit einem Kaffeemaschinen-Vertrieb selbstständig. „Soweit es mit zwei kleinen Kindern möglich war, habe ich ihn unterstützt. Und irgendwann hatte ich die Idee, aus Spaß ein paar Deko-Gegenstände neben den Kaffeeautomaten zu platzieren, da so viele Mädels reinkamen.“ Aus Spaß wurde schnell Ernst, Sabine Röthig traf genau einen Nerv, die Buschtrommeln unter den Kundinnen liefen heiß und ruckzuck mussten die Gerätschaften ihres Mannes in ein Nebengebäude weichen.

«Inzwischen ist das Herzblut-Lädchen weit über Leopoldshöhe hinaus bekannt.

Sabine Röthig stellt Woche für Woche Fotos von ihrer Ware online, bespielt Facebook, Instagram und WhatsApp. „Als großes Lob empfinde ich es, wenn dann Bilder zurückgepostet werden, auf denen die neu erworbenen Stücke im Einsatz sind.“ In einigen Teilchen wie Tassen, T-Shirts oder Pullis steckt nicht nur Herzblut drin, sondern auf ihnen steht sogar „Herzblut“ drauf, denn es gibt eine eigene kleine Lädchen-Kollektion. Die Unternehmerin sprudelt nur so vor Ideen. Im Lockdown hat sie kurzerhand einen 24-Stunden-Drive-in eingerichtet und es gibt mittlerweile noch ein neues Geschäftsfeld, das sich ganz spontan ergeben habe: Home-Staging. „Für einen befreundeten Makler hübsche ich Wohnungen oder ganze Häuser auf, damit optisch der erste Eindruck stimmt. Das ist oft wie ein ganzer Umzug, aber es macht mir unglaublich Spaß, mich dabei kreativ austoben zu dürfen“, erzählt Sabine Röthig so ganz nebenbei. So nebenbei, wie sie dieses Projekt zusätzlich auch noch erfolgreich stemmt. Mit Herzblut. Versteht sich.

   

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