Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 04 / August 2026DruckenZurück


Titelthema

Das Café „Salz & Seele“ küsst die Wandelhalle wach.

Picknick und After-Work-Partys

„Was für ein Café – eine echte Bereicherung für die Stadt. Darauf habe ich lange gewartet!“ Solche begeisterten Kommentare finden sich in den Online-Bewertungen. Viele Bad Salzufler freuen sich darüber, dass in der Wandelhalle endlich wieder Leben eingekehrt ist.

Gelobt werden das stilvolle Ambiente, der herzliche Service und die kreative Küche. „Jeder Besuch soll sich wie eine kleine Auszeit anfühlen – entspannt, inspirierend und einfach lecker“, beschreibt Inhaberin Atefeh Farhangrosta die Philosophie ihres Cafés Salz & Seele. Die Bad Salzuflerin ist Gastgeberin mit Leidenschaft. Als sie das Café im vergangenen Winter eröffnete, waren vor allem die hausgemachten Torten der Renner. Doch mit den ersten warmen Tagen veränderten sich auch die Wünsche der Gäste. Im Sommer darf es leichter sein: kleine Köstlichkeiten, mediterrane Aromen und entspannte Abende auf der Terrasse sind gefragt. Deshalb soll das Café demnächst bis 21 Uhr öffnen und mit wechselnden Themenabende für Urlaubsstimmung mitten im Kurpark sorgen.Atefeh Farhangrosta sprudelt nur so vor Ideen. Die monatlich stattfindende After-Work-Party ist eingeschlagen wie eine Bombe. Selbst der ehemalige Kurdirektor Stefan Krieger kommt regelmäßig vorbei. „Er habe sich nie träumen lassen, dass die lange im Dornröschenschlaf gelegene Wandelhalle derart belebt werden kann“, zitiert die Gastronomin strahlend. Etablieren soll sich auch das „Picknick im Park“. Dafür packt das Salz & Seele-Team individuelle Körbe, inklusive Decke sowie Getränke und Speisen nach Wahl. „Der Kurpark ist landschaftlich ein Traum, er bietet sich für eine Auszeit einfach an“, wirbt Atefeh. Und nicht nur draußen, auch im geschmackvoll eingerichteten Café selbst fühlen sich die Gäste wohl. „Die Menschen lieben diese Räumlichkeiten, um hier Feste zu feiern“, so die Unternehmerin nicht ohne Stolz.

Atefeh ist längst zu einer Marke geworden und nicht nur in der Salzestadt ein Begriff. Die gebürtige Iranerin leitet ein Full-Service-Cateringunternehmen mit Sitz in Herford. „Wir realisieren im Jahr über 350 Events, von der Hochzeit bis zur Firmenfeier mit über 1.000 Gästen“, verrät Atefeh Farhangrosta stolz. Dazu kommen Kochkurse sowie die Belieferung von Schulen und Kitas. Hinter dem Erfolg steckt harte Arbeit. „Ich stehe um 5 Uhr morgens auf und mache selten vor 18 Uhr Feierabend.“ Fällt von den insgesamt 60 Mitarbeitenden mal spontan jemand aus, springt Atefeh ein, so auch im Café „Salz & Seele“. Die Unternehmerin kam mit dem Abitur in der Tasche als 19-Jährige nach Deutschland. Der Plan, Jura zu studieren, scheiterte an fehlenden Deutschkenntnissen. Als später die ältere der beiden Töchter im Kindergarten angemeldet werden sollte, fiel der jungen Mutter dort ein Zettel ins Auge: „Küchenhilfe gesucht.“ Sie machte der Kita-Leitung ein Angebot: „Ich koche eine Woche gratis, Sie gucken sich das an und betreuen dafür meine Tochter.“ Der Deal stand und beschreibt das erste Kapitel der Salz & Seele-Geschichte.