Lippe Wissen und Wirtschaft, Ausgabe 04 / August 2026DruckenZurück
In der Waldmühle gibt es Urlaub mit Familienanschluss
Umrahmt vom Hillebach wirkt die Bauernhof-Pension „Waldmühle“ wie ein eigenes kleines Fachwerk-Dorf im Kirchdorf Hillentrup. Wer hier eincheckt, sucht und findet entschleunigten Urlaub auf dem Land. Und das mit Familienanschluss.
Die historische Mühle aus dem Jahr 1396 ist noch heute ein echter Hingucker. „Zehn Generationen waren gelernte Müller“, verrät Christian Frevert lachend, der als erster aus der Reihe tanzte und seinen Fokus auf die Landwirtschaft legte. Mit seiner Frau Ruth als Hauswirtschaftsmeisterin bildete er das perfekte Team und auch die zwölfte Generation bringt mit Tochter Anna als gelernte Hotelbetriebswirtin und Köchin sowie Schwiegersohn Johannes als gelernter Koch die idealen Voraussetzungen mit, um den Betrieb in die Zukunft zu führen. Mareike, die jüngste Tochter der Freverts, hat zudem als Pferdewirtschaftsmeisterin die Verantwortung für den Pferdestall übernommen.
Knechtskammer, Müllers Ruh oder Förster Lodge heißen beispielsweise die 16 liebevoll eingerichteten Zimmer und die 11 Ferienwohnungen. Nach und nach sind im Laufe der Jahre Scheunen und Dachböden für Gäste hergerichtet worden, um der Nachfrage gerecht zu werden. „Meine Mutter Helga hat im Jahr 1968 mit einem einzigen Gast angefangen“, erinnert sich Christian Frevert noch ganz genau. Mit der Bitte: „Machen Sie weiter so“, habe dieser den Stein ins Rollen gebracht. Viele Familien aus Städten wie Hamburg und Berlin, aber auch aus der Region kommen schon seit Jahren. Es gibt täglich ein Programm. Vor dem Frühstück kann man mit Christian Frevert losziehen, um die Tiere zu füttern, abends bietet Ruth eine Glühwürmchen-Wanderung an. Zwischendurch sorgen Aktionen wie Trecker-Rundfahrten, Ponys putzen oder Brötchen backen sowie das eigene Schwimmbad dafür, dass keine Langeweile aufkommt. „Sind die Kinder glücklich, sind es die Eltern auch“, weiß Anna Frevert als dreifache Mama aus eigener Erfahrung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt für zufriedene Gäste ist definitiv das Essen. Die Küche ist das Revier von Ehemann Johannes. „Ich bestimme, was auf den Tisch kommt“, betont er lachend. Pünktlich um 12 Uhr wird zu Mittag gegessen, Abendbrot gibt es um 18 Uhr. Lediglich zum Frühstück gibt es zeitlich Toleranzgrenzen, aber in der Regel finden sich alle Gäste früh morgens gemeinsam in der gemütlichen Stube ein. Hier wird Geselligkeit großgeschrieben und so manche Freundschaft geschlossen.
Während das Angebot in Sachen Urlaub auf dem Bauernhof rückläufig ist, freut sich Familie Frevert über beste Buchungszahlen. „Lücken gibt es kaum“, so Anna Frevert. Wird doch mal kurzfristig storniert, hilft das Internet, um neue Gäste anzulocken. Auch auf Menschen mit Handicap hat sich der Betrieb eingestellt. Regelmäßig kommen entsprechende Gruppen, um hier unvergessliche Tage zu verbringen. Außerhalb der Ferienzeiten wird das Angebot zudem von Schulklassen genutzt. „Ein komplett anderes Publikum, aber wir mögen diese Abwechslung“, bestätigen die Freverts unisono.